Spendenübergabe

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5000 Euro für die vergessen Opfer - unterfränkisches Aktionsbündnis Tschernobyl mahnt übergibt Spende an Erwin Koch

Bergrheinfeld   Deutlich anzusehen war dem Unfindener Erwin Koch die Freude über den Spendenscheck, den das unterfränkische Aktionsbündnis „Tschernobyl mahnt“ übergeben konnte. Groß prangte die Zahl „5000“ auf diesem Scheck, der Reinerlös der Veranstaltung am Ostermontag, als 15 000 Teilnehmer auf der Mainwiese bei Bergrheinfeld den Opfern der nuklearen Katastrophe in Tschernobyl vor 25 Jahren gedachten.
Martin Heilig, einer der Sprecher des bezirksweiten Aktionsbündnisses, zeigte sich auch fünf Wochen nach der Gedenk-Veranstaltung immer noch „stolz und glücklich“ über den durchschlagenden Erfolg der gesamten Aktion. „Diese 5000 Euro sind nur eine kleine Hilfe für die vielen vergessenen Opfer der Katastrophe, die immer noch unter den Folgen leiden“, mahnte Heilig, sich die Katastrophe in der Ukraine immer wieder ins Gedächtnis zu rufen – so wie es Erwin Koch seit über 20 Jahren mit „herausragendem Engagement“ jeden Tag tue.
Koch selbst, der über Ostern an den Gedenk-Veranstaltungen in der Ukraine weilte, konnte berichten, dass es auch heute noch, 25 Jahre nach der Katastrophe, schreckliche Bilder zu sehen gibt. Bilder von Menschen, die mehr oder weniger „gegrillt“ wurden und immer noch leiden, hätten sich in sein Gedächtnis gebrannt.
Besonders prangerte Koch die medizinische Versorgung der Opfer in und um Tschernobyl an. „Medikamente aus dem Westen sind gar nicht erwünscht, die Medizin-Mafia vor Ort will lieber ihre Medikamente, die allerdings nicht helfen, verkaufen. Wir stören da eher“, so Koch. Dennoch lässt er sich nicht abschrecken und wird in vier Wochen einen neuen Hilfstransport auf den Weg bringen.
Babs Günther, mit dem Schweinfurter Aktionsbündnis gegen Atomkraft ebenfalls in der Organisation des Tschernobyl-Gedenk-Tages, ist sich bewusst, dass die 5000 Euro für die Tschernobyl-Hilfe von Erwin Koch nur „ein Tropfen auf den heißen Stein“ sind. Auch durch die atomare Katastrophe in Japan sei deutlich gemacht worden, dass auf die Menschen vor Ort jetzt und in der Zukunft  „enorme Schäden“ hinzukommen. Aktionen wie in Bergrheinfeld könnten dazu dienen, dass die Opfer dieser Katastrophen nicht in Vergessenheit geraten.
Bergrheinfelds Bürgermeister Peter Neubert, dem das Aktionsbündnis für die tolle Unterstützung durch die Gemeinde ausdrücklich dankte, zeigte sich im Nachhinein von der Aktion mehr als beeindruckt. Vor allem die 1000 Luftballons, die eine atomare Wolke symbolisierten, hätte einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Er freute sich dass die Demonstration so ein großer Erfolg und dadurch auch positiv für das Image der Gemeinde Bergrheinfeld gewesen sei.